Montags-Muster #30 – Interview mit „Mein gehäkeltes Herz“

Montags-Muster #30 – Interview mit „Mein gehäkeltes Herz“

Guten Morgen, ihr Lieben! Woran merkt ihr, dass ein neuer Monat angebrochen ist? Na klar – dass es wieder ein Montags-Muster-Interview gibt. :-) Und diesmal auch ein ganz besonderes … denn ausnahmsweise geht es heute mal ums Häkeln. Ja, ihr lest richtig … ums Häkeln. Und ich betone auch … AUSNAHMSWEISE. :-) Wer mich kennt weiss, wie ich zum Häkeln stehe … aber es verdient meine absolute Bewunderung. Und wer weiss, vielleicht ist es ja jetzt doch ein Anreiz mich doch mal weiter mit dem Häkeln auseinanderzusetzen. *lach*

Heute möchte ich euch Jasmin von „Mein gehäkeltes Herz“ vorstellen:

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Liebe Jasmin, ich freue mich sehr, dich heute als meinen Montags-Muster-Gast begrüßen zu dürfen. Für mich bist du heute quasi ein absoluter „Bewunderungs-Gast“, denn ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich das Häkeln nicht mag – ich kann mich damit einfach nicht anfreunden und mach immer einen großen Bogen darum. Nicht, dass ich es nicht gelernt hätte und es theoretisch kann, aber es macht mir einfach überhaupt keinen Spass. Insgeheim bin ich aber ein Bewunderer aller, die – so wie du – richtig gut häkeln können und das mit einer großen Leidenschaft machen. Denn beim Häkeln entstehen einfach ganz andere kreative Dinge als beim Stricken. Deshalb freue ich mich, wenn wir heute sozusagen mal einen kleinen Ausflug in das „Land des Häkelns“ machen und wir auch ein besonderes Montags-Muster von dir gezeigt bekommen. Ein gehäkeltes. :-)

 

Viele kennen dich ja bereits vom deinem Label „Mein gehäkeltes Herz“, aber für alle, die dich nicht … oder nicht so gut kennen, stelle dich doch bitte kurz vor. Wer bist du? Wo kommst du her? Was machst du so? 

Aaalso, dann stelle ich mich doch gerne kurz vor. Mein Name ist Jasmin, ich bin 30 Jahre alt und lebe aktuell mit meinem Herzmann in der Nähe von Karlsruhe. Meine Wohnung teile ich mit dem Herzmann, viel Wolle und meinem Katzen-Opa namens Momo. Ursprünglich stamme ich aus Neu-Ulm, der Stadt von der aus man den schönsten Blick auf den höchsten Kirchturm der Welt hat. Wenn ich nicht gerade an den Nadeln hänge, arbeite ich als Sozialpädagogin oder sitze mit meiner Spindel und meinem Färbekessel auf einer Mittelalterveranstaltung.

 

– Du bist unter deinem Label „Mein gehäkeltes Herz“ unterwegs. Wie kam es zu diesem Namen? Und ist häkeln wirklich deine „einzige“ Leidenschaft oder gibt es auch mal kreative Ausflüge z.B. zum Stricken, Spinnen oder anderen Handarbeitstechniken?

Die Idee, irgendwann einmal ein Label zu haben, das irgendwas mit „Herz“ enthält hatte ich schon mit 15 Jahren- damals habe ich an alles gedacht, nur nicht ans Häkeln. Irgendwann Ende 2013 habe ich dann ein anatomisches Herz gehäkelt- einfach nur aus Spaß. Als ich ein paar Monate später meinen Blog veröffentlicht habe, kam dann alles zusammen- das gehäkelte Herz, die Namensidee und der Satz vom Herzmann: „so sieht bestimmt dein Herz aus – es ist gehäkelt!“.

Häkeln ist aber nicht das einzige, das ich mache. Ich kann Stricken – zwar nur rechte und linke Maschen, aber für Socken und Mützen reicht das vollkommen aus – Spinnen, Färben und Sticken. Für meine Mittelaltersachen nähe ich auch öfter mal von Hand Kleidung. Ansonsten gibt es noch Lettering und Fimo in meinem Leben ;-)

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– Wie lange Häkelst du schon? Es scheint als wurde dir das in die Wiege gelegt … von wem hast du es gelernt? Und was fasziniert dich so daran?

Uff, ich glaube ich war 6 Jahre alt, als mit meine Oma das Häkeln beigebracht hat. Sie war der Meinung ich muss das können – und war auch sonst davon überzeugt, dass ich es leichter in der Schule haben würde, wenn ich vorab schon etwas gelernt habe. Also habe ich noch bevor ich eingeschult wurde rechnen, lesen und eben Handarbeiten gelernt. In der Schule war Häkeln aber nicht wirklich meine Liebe – Textiles Werken hieß mein Hassfach und ich war auch grottenschlecht in allem, was ich da abgab – Fürs Häkeln bekam ich eine drei und im Stricken hab ich auch nicht besser abgeschnitten. Danach war lange Ruhe. Dabei bin ich mit einer fleißigen Strickerin aufgewachsen. Meine Mama hat immer gestrickt – Socken, Jacken, einfach alles.

Nach dem Abi habe ich dann meine Liebe fürs Häkeln entdeckt – und seitdem bin ich dabei geblieben.

Besonders fasziniert mich daran, dass es so wenig braucht – eine Nadel und ein Knäuel Wolle und schon kann es losgehen. Eines meiner ersten Projekte nach der jahrelangen Häkelpause waren Fingerhandschuhe. Und ich war so verliebt in die Technik. Es gibt nur eine Schlaufe, und trotzdem kann man so tolle Muster damit zaubern. Das hält mich beim Häkeln.

 

– Du bist auch bekennende Wolle-Liebhaberin. Gibt es eine Lieblingswolle? Häkelst du viel mit Baumwolle … oder ist das nur so ein Gerücht, das ich mir als Strickerin immer so vorstelle – Häkeln und Baumwolle?

Am liebsten mag ich tatsächlich Merino-Wolle (natürlich Mulesingfrei). Sie ist perfekt für Mützen, Schals oder andere Kleidungsstücke geeignet. Allgemein habe ich gerne hochwertige tierische Fasern in der Hand- Mohair oder Alpaka beispielsweise. Baumwolle habe ich erst verhältnismäßig kurz für mich entdeckt. Baumwolle hat sicher Vorteile beim Häkeln, aber eine echte Liebe verbindet mich damit nicht. Es lässt sich toll selbst färben und Amigurumi sehen damit auch ganz hübsch aus, für alles was nicht Deko ist, würde ich es aber eher nicht verwenden.

 

– Du hast immer so wunderschöne Fotos. Gehört das Fotografieren auch zu deinen Lieblingsbeschäftigungen? Mit was fotografierst du … „nur“ mit dem Handy oder hast du eine „große“ Kamera?

Ja, ich fotografiere tatsächlich gerne. Ich habe bis vor kurzem mit einer Nikon Spiegelreflex meine Fotos gemacht, inzwischen bin ich aber auf eine Spiegellose Kamera umgestiegen. Mit dem Handy nehme ich fast nie Fotos auf, da ich nie wirklich zufrieden mit der Qualität bin – oder mir fehlt einfach das Talent mit dem Handy Bilder zu machen.

 

– Schreibst du auch Anleitungen? Wo sind diese zu finden? Woher stammen deine Ideen für deine Häkelprojekte? Wodurch wirst du inspiriert?

Ich schreibe lediglich Anleitungen für meinen eigenen Blog. Dort sind diese auch zu finden. Meine Ideen stammen überall her, ob ich bei Pinterest etwas sehe, das mich inspiriert – das müssen auch nicht zwingend Handarbeitsprojekte sein, auch Bilder von Blumen oder Landschaften reichen aus – oder bei Instagram oder irgendwo anders. Häufig kommen Ideen in Rudeln, dann geht mir total viel durch den Kopf. Ich versuche dann so viel wie möglich mitzuschreiben und dann arbeite ich meine Liste ab.

 

– Du blogst sehr regelmäßig. Wie lange bist du denn mit so einem Blogeintrag, den schönen Fotos, den so nett geschriebenen Texten beschäftigt? Da geht bestimmt einiges an Zeit „drauf“, oder?

Ich habe tatsächlich noch nie so richtig darauf geachtet, wie lange ich effektiv benötige. Aber für zwei aufwändigere Artikel vergeht schon einmal locker ein ganzer Tag. Zu Beginn suche ich die Idee oder das Kernthema (meistens aus der oben erwähnten Liste), dann geht es an die erste Recherche, danach erstelle ich ein Grundgerüst des Artikels. Dafür orientiere ich mich daran, was ich vermitteln will und wie es nachvollziehbar bleibt, was ich mitteilen möchte. Dann schreibe und recherchiere ich weiter. Währenddessen überlege ich, welche Fotos passen könnten und schaue ob ich passende Bilder in meiner Bibliothek habe oder ob ich neue Fotos aufnehmen muss. Dann erstelle ich Grafiken für den Beitrag oder Pinterest, lese alles nochmal durch und plane dann den Beitrag. Wenn ich Fotos neu aufnehmen muss, vergeht natürlich auch noch Zeit für die Bearbeitung. Bei Anleitungen kommt das Herstellen des Stücks noch oben drauf.

Häufig arbeite ich aber eher nach Baukasten-Prinzip. Ich habe auf meinem Handy eine Notizapp auf der ich in jeder freien Minute Beiträge formuliere oder Ideen sammle, oder eben nachlese. So entstehen viele Texte unterwegs. Dann häkle ich quasi permanent an wenigstens zwei Projekten. Und Fotos nehme ich immer auf, wenn es gerade passt. So habe ich eine Stock-Bibliothek mit meinen Fotos angelegt, die ich immer dann nutzen kann, wenn ich keine bestimmten Fotos brauche. Zudem habe ich Templates für meine Grafiken angelegt – so minimiere ich die Zeit, die ich an Pinterest-Grafiken herumbaue.

 

– Hast du persönliche Geheimtipps? Was magst du besonders gerne? Hast du Lieblingsgarne?

Ich kaufe meine Wolle gern vor Ort- ich fasse sie gerne an und will die Farbe mit meinen eigenen Augen sehen. Häufig ist der Besuch im Wollladen ein Auslöser für eine kreative Phase. Wir habe keinen Laden wirklich in der Nähe, daher sind das immer geplante Ausflüge, auf die ich mich dann schon Tage zuvor wirklich freue. Ich kann daher jedem, der aktuell ein Motivations- und Inspirationsloch hat, nur raten: Besucht einen Wollladen, sprecht mit den Verkäufern und Verkäuferinnen, fasst die Garne an, lasst euch inspirieren.

 

– Du hast mir verraten, dass du kaum strickst. Ist es so wie bei mir … dass dir stricken einfach keinen Spass macht? Oder was hält dich davon ab? :-)

Ich kann dir nicht genau sagen, warum ich nicht so viel stricke – die Grundlagen kann ich ja. Ich glaube ich bin zum einen ein bisschen trotzig: es gibt so viele tolle Häkeldesigns, die  hier kaum bekannt sind – Häkeln ist im Vergleich zum Stricken kaum angekommen. Es gibt zig wunderschöne Strickzeitschriften, aber weniger ansprechende Häkelmagazine. Häkeln ist für Deko-Objekte toll, aber schafft es nicht über Mützen hinaus in die Anleitungssphären, zumindest wenn man nach den großen Verlagen geht. Dabei gibt es so tolle Projekte.

Zum anderen fehlt mir schlicht die Zeit und der Kopf um mehr ins Stricken einzutauchen. Jede freie Minute stecke ich in meinen Blog, meinen Job oder mein Mittelalterhobby. Um wirklich besser sticken zu lernen müsste ich mir einmal die Zeit nehmen und einige Tage nur dafür investieren. Aktuell habe ich das aber noch nicht gemacht.

 

– Hast du Lieblings-Designer? Lieblings-Wolle? Lieblings-Podcast? Oder andere Lieblings-Sachen? 

Ich arbeite kaum nach Sachen von anderen Designern, da bin ich wohl ein wenig eigen. Ich finde die Projekte von Twinkie Chan sehr cool, einfach weil sie super ausgefallene Projekte umsetzt. Aber auch Stephanie von AllAboutAmi designt tolle Sachen.

Bei Wolle und Nadeln habe ich tatsächlich keine Vorlieben- ich benutze einfach alles, solange es Uni-farben ist. Ich mag allerdings kein Polyacryl (mehr). Besonders für Kleidung finde ich Polytierchen unangenehm.

Podcasts höre ich tatsächlich kaum – ich folge dem Frickelcast und höre ab und an Behind closed Doors. Ansonsten bin ich ein begeisterter Dokufan und häkle am liebsten auf dem Sofa mit einer guten Dokumentation.

 

– Was sind deine Wünsche und Pläne für deine Kreativ-Zukunft?

Ich wünsche mir für meine kreative Zukunft nicht viel – ich würde gerne weiterhin gute Beiträge veröffentlichen und Leser für mich gewinnen. Das klingt zwar ein bisschen egoistisch, aber im Grunde möchte ich einfach nur, dass sich alles so weiterentwickelt wie bisher. Ich genieße den Austausch mit meinen Lesern und natürlich auch mit anderen Bloggern und Bloggerinnen.

 

– Warum ist dein gewähltes „Montags-Muster“ dein Lieblingsmuster?

Ich liebe dieses Muster, weil man gut voran kommt- es geht relativ schnell, besteht aus sich wiederholenden Musterreihen und ist mit nahezu jedem Material umsetzbar. Besonders schön finde ich es im Herbst für Schals und Überwürfe, aber auch für Stulpen.

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Das Muschelmuster besteht aus Stäbchen und festen Maschen und wird versetzt gearbeitet um es zu einer geschlossenen Textur zu verarbeiten.

Das Grundmuster lässt sich auf 6 Luftmaschen arbeiten. Die Grundrunde wird aus Luftmaschen gearbeitet. Nach der Grundrunde wird eine Wendemasche gearbeitet und direkt anschließend eine feste Masche gehäkelt. Die nächsten beiden Luftmaschen der darunterliegenden Runde werden ausgelassen. In die nächste Luftmasche werden 5 Stäbchen gehäkelt. Dann werden erneut zwei Luftmaschen ausgelassen und in die nächste Luftmasche wird erneut eine feste Masche gearbeitet.

Die nächste Runde wird versetzt darüber gehäkelt. Die Stäbchen werden in der nächsten Runde in die festen Maschen der Vorrunde gearbeitet.

Weil das aber ein bisschen schwieriger ist, das zu beschreiben, habe ich euch einmal eine Skizze angefügt.

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Die nachfolgenden Reihen werden dann in diesem Schema gearbeitet.

Ich habe mit diesem Muster bereits Mützen, Stulpen und Schals gemacht. Besonders schön kommt es mit Mohair zur Geltung, wo es dem Stück eine schöne und elegante Optik gibt und nicht zu kompakt wirkt.

 

Wo bist du überall zu finden:

Website: meingehaekeltesherz.de

Instagram: instagram.com/meingehaekeltesherz

Pinterest: gehaekeltesherz

Facebook: facebook.de/meingehaekeltesherz

 

Liebe Jasmin, vielen herzlichen Dank für das Interview und die Preisgabe deines Lieblingsmusters!

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachstricken … ähm häkeln! ;-)

 

PS: Ich freue mich natürlich sehr über Fotos von euren Montags-Mustern … verlinkt doch einfach eure Bilder und Beiträge bei Instagram und Facebook mit #montagsmuster  … dann finde ich euch. 😉

 

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Von |2018-11-15T14:31:46+00:00Montag, 5. November 2018|Allgemein, Anleitung, DIY, Do it yourself, Häkeln, Montagsmuster, Wolle|0 Kommentare

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