La Doro, eine neue Entdeckung für mich

Dieses Garn kenne ich nicht.

Jetzt fragst du dich sicherlich: „Wie kann das denn sein? Du bekommst doch so viele Garne in die Hände, wie kannst du das nicht kennen?“

Ja, das gibt es! Und das gar nicht so selten wie du vielleicht denken magst!

Es gibt so unglaublich viele Garne und es passiert immer wieder, dass mir ein mir völlig unbekanntes Garn in die Hände fällt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes! Ich suche nämlich nicht gezielt nach solchen Garnen, meist entdecke ich sie zufällig. Und dann ist meine Neugier geweckt und nicht mehr zu bremsen.

Wie gehe ich dabei vor? Das erzähle ich dir sehr gerne. Es ist ein erstes Kennenlernen … vorsichtig und neugierig, mit Fingerspitzengefühl.

 

 

Zunächst lasse ich den Faden erstmal durch die Finger laufen, ziehe ihn leicht auseinander, spüre, wie er sich verhält.

La Doro besteht aus 100 % Schurwolle (feine Merino) mit Superwash-Ausrüstung. Ein Klassiker auf dem Papier. Und doch ist Merino nicht gleich Merino.

 

Aber starten wir doch mal mit den Fakten: klar und kompakt

Material: 100 % Schurwolle superwash (feine Merino)
Lauflänge: 50 g = 300 m
Nadelstärke: 2–3 mm
Pflege: 30 °C Maschinenwäsche im Schon- oder Wollwaschgang oder besser Handwäsche, liegend trocknen
Farben: 10 sorgfältig abgestimmte Nuancen
Kategorie: edles Lacegarn

 

Ja, das sind eher die nüchternen Zahlen. Ich übersetze das mal in meine „Fühl-Erfahrung“:

La Doro besteht aus 100 % feiner Merinoschurwolle, superwash ausgerüstet. Das bedeutet:

  • Das Garn ist weich, aber keinesfalls labberig
  • Es hat Elastizität, ohne instabil zu wirken
  • Es ergibt ein sehr klares Maschenbild … ich liebs!
  • Und es bleibt bei richtiger Pflege formstabil (darunter fällt z.B. möglichst Handwäsche)

 

Was mir persönlich besonders gefällt: Die Superwash-Behandlung ist schonend. Das Garn behält so seinen natürlichen, ganz einzigartigen Wollcharakter. Es fühlt sich also nicht „glattbeschichtet“ oder synthetisch an, wie es bei manchen Superwash-Garnen leider der Fall ist.

 

Wie verstrickt sich La Doro?

Mit 300 m auf 50 g bewegen wir uns im klassischen Lacebereich. Dünn genug für Eleganz, aber nicht so filigran, dass man das Gefühl hat, mit Nähgarn zu stricken.

Für mich ist das eine sehr angenehme Stärke, weil:

  • es fein wirkt, ohne fummelig zu sein
  • es sich mit 2 bis 3 mm Nadeln wunderbar kontrollieren lässt
  • es sowohl luftig als auch dicht gestrickt werden kann

Das Garn hat genug Stand, um Lochmuster klar zu zeigen, aber auch genug Weichheit für fließende Tücher.

 

So habe ich das Garn beim Stricken erlebt

Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Lacegarn auch einfädig in einer kleinen Maschenprobe anzustricken. Mit 2,5 mm Nadeln ergibt sich ein gleichmäßiges, sehr präzises Maschenbild. Wirklich toll!

Der Faden ist sehr gleichmäßig und er zeigt kein nerviges „Splissen“.

Es einfädig zu verstricken ist dann natürlich eher etwas für geduldige Strickerinnen, die auf dünne Nadeln stehen. 😊 Wer das mag, wird mit dem Garn richtig glücklich!

 

Die Farbwelt

La Doro gibt es in 10 verschiedenen Farben … keine krachigen Modefarben, eher klassische Töne, die aber dennoch Tiefe und Farbbrillianz aufweisen und auch untereinander gut kombinierbar sind.

Ich finde das gerade bei Lacegarnen wichtig. Denn feine Garne leben vom Lichtspiel. Zu grelle Farben „erschlagen“ filigrane Muster (wenn man La Doro einfädig verstrickt). Die Farbpalette von La Doro unterstützt die Struktur, anstatt sie zu dominieren.

 

Meine Ideen für Strickprojekte:

Einfädig verstrickt ist La Doro für mich ein Garn für:

  • große, fließende Lacetücher
  • filigrane Schulterwärmer
  • elegante Cardigans
  • leichte, luxuriöse Pullover

… immer mit dem Gedanken: Der Weg ist das Ziel! 😉

 

Jetzt will ich aber mal ehrlich sein. Ich stricke wirklich gerne mit dünnen Garnen und Lacegarne haben eine wundervolle Eigenschaft. Aber manchmal sind sie mir, dann doch zu dünn.

Darauf verzichten will ich aber auch nicht. Also ist es für mich manchmal einfach eine richtig gute Lösung einfach zwei Garne zu kombinieren.

 

In diesem Fall:

 

Die Kombination: La Doro und Cashmere Deluxe

Die Cashmere Deluxe habe ich vor kurzem schon mal ganz ausführlich vorgestellt. Das kann du in diesem Blogbeitrag nachlesen (KLICK).

Aber jetzt zu dieser zweifädigen Symbiose …

La Doro bringt Struktur und Stabilität.
Cashmere Deluxe bringt Flausch, Tiefe und luxuriöse Weichheit.

Und zusammen entsteht:

  • ein dichtes Maschenbild
  • eine unglaublich angenehme Haptik
  • mehr Wärme bei weiterhin leichtem Gewicht
  • eine wundervolles Farbspiel

 

 

Farbmagie … der besondere Reiz

Besonders reizvoll ist es, wenn die Farben leicht variieren.

Ich habe zwei verschiedene Farbkombis unter die Lupe genommen:

 

1. Kontrast bringt Spannung

Meine Farbauswahl:

La Doro: Farbe 306 – ein bräunlicher Greige-Ton
Cashmere Deluxe: Farbe 3031 – ein silbriger Grau-Ton

 

 

Diese zwei verschiedenen Farbtypen fügen sich zu einem lebendigen Melange-Effekt zusammen. Jeder Farbton ist für sich noch gut sichtbar, aber erzeugt richtige Farb-Spannung.

Diese Maschenprobe habe ich mit Nadelstärke 4,0 mm gestrickt. Das ergibt ein etwas festeres Maschenbild, ist aber dennoch schön und ist keinesfalls starr.

 

 

2. Ton in Ton mit Hell- und Dunkel-Effekt

La Doro: Farbe 322 – ein satter Burgunder-Ton
Cashmere Deluxe: Farbe 3051 – ein hellerer Burgunder-Ton mit silbrigen Einschlüssen

 

 

Hier treffen zwei Farbtöne aus der gleichen Farbfamilie aufeinander. Und wenn sich hell und dunkel zusammenkuscheln, ergibt das ein sehr klares, sattes Farbbild. Die Besonderheit hier ist, dass die silbrigen Einschlüsse der Cashmere Deluxe einen besonders edlen Touch beisteuern.

Diese Maschenprobe habe ich mit Nadelstärke 5,0 mm gestrickt. Das Maschenbild ist etwas lockerer, aber nicht löchrig. Ich könnte mir daraus z.B. einen Cardigan oder einen richtig gemütlichen Sweater vorstellen.

 

Warum es mir diese Kombi so angetan hat

Einerseits muss ich zugeben, dass mich La Doro als Neuentdeckung wirklich sehr anspricht. Und dadurch, dass ich die Cashmere Deluxe nun schon ein paar Mal verstrickt habe und sich zu einem meiner Lieblingsgarne gemausert hat, es natürlich sehr nahe lag, diese zwei Garne zu kombinieren. Eine Überraschungs-Kombi sozusagen, die mich nicht enttäuscht hat. Diese Zusammenstellung liefert Form und Gefühl! La Doro gibt eine klare Maschenstruktur vor. Cashmere Deluxe umgibt es mit kuschligem Gefühl.

Zusammen entsteht ein Garnbild, das weich und luxuriös wirkt.

 

 

Mein persönliches Fazit

La Doro für sich ist kein Garn für schnelle Projekte.

Es ist ein Garn für Menschen, die bewusst fein arbeiten möchten und Geduld haben bzw. deren Motto ist: Der Weg ist das Ziel oder Eleganz liegt im Detail

Wer dünne Nadeln liebt, klare Muster schätzt und ein elegantes Finish sucht, wird hier ein Lieblingsgarn finden.

Und wer sich traut, es mit Cashmere Deluxe zu kombinieren, wird erleben, wie aus zwei hochwertigen Garnen eine ganz eigene, faszinierende Textur entsteht.

Als Designerin suche ich immer nach Garnpaarungen, die sich nicht gegenseitig überlagern, sondern ergänzen. La Doro und Cashmere Deluxe tun genau das.

Ich habe … aus purem Zufall und einer Portion Neugier … eine wundervolle Kombination entdeckt.

Vielleicht kann ich dich ja mit meiner Neugier anstecken, diese Kombi auch mal auszuprobieren.

 

PS: Du möchtest mehr über das Familienunternehmen Ferner Wolle erfahren? Dann empfehle ich dir diesen Blogbeitrag: Vorstellung FERNER Wolle.

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