Montags-Muster #25 – Interview mit Caros Fummeley

Montags-Muster #25 – Interview mit Caros Fummeley

Guten Morgen, ihr Lieben! Heute ist schon der 1. Oktober. Sobald bei mir der Oktober im Kalender steht ist es offiziell herbstlich. Da dürfen die Blätter ihre rote Färbung annehmen, die Kastanien purzeln von den Bäumen, in München ist das Oktoberfest in vollem Gange … ja, da ist er der Herbst! Ich bin definitiv ein Sommerkind, aber auch den Herbst, wenn er so schön ist wie bisher, liebe ich. Es ist einfach eine wunderschöne Stimmung. Ich mag die Farben. Ich mag das Laub. Ich mag das Licht. Tja, nur die einziehende Kälte und das frühe Dunkelwerden sind nicht so meine Favoriten. ;-)

So, aber es ist Oktober … der 1. Oktober … und somit auch der erste Montag im Oktober – nach Adam Riese. :-) Zeit für ein Interview.

Heute möchte ich euch Caro von „Caros Fummeley“ vorstellen:

Montagsmuster, Interview, stricken

Liebe Caro, ich freue mich sehr, dich heute als meinen Montags-Muster-Gast begrüßen zu dürfen. Viele kennen dich ja bereits vom deinem Label „Caros Fummeley“, aber für alle, die dich nicht … oder nicht so gut kennen, stelle dich doch bitte kurz vor. Wer bist du? Wo kommst du her? Was machst du so?

Ich heiße Caroline, bin 30 Jahre alt, Schuhgröße 40 – das ist für Strickerinnen ja immer wichtig – und wohne in Hannover. Ursprünglich stamme ich aus der alten preußischen Kulturlandschaft „Altmark“ im heutigen Norden von Sachsen-Anhalt. Ich bin in einem 220 Einwohner kleinen Kuhkaff unweit von Gorleben aufgewachsen, ohne Freunde im selben Alter. Deshalb habe ich mich schon immer gut selbst beschäftigt, viel gemalt, gebastelt, gewerkelt und gefummelt. Außerdem bin ich seit meinem 12. Lebensjahr viel online unterwegs, habe schon immer viel über das Internet mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten kommuniziert. Ich glaube daher stammt auch die Lust zum Bloggen. Neben meinem Blog schreibe ich Anleitungen, die ich auf diversen Plattformen verkaufe und erstelle Content im Strick- und Häkelbereich. Ich lektoriere Anleitungen, übersetze sie vom Englischen ins Deutsche und mache auch schon mal eine technische Redaktion. Letzteres ist in Deutschland im Bereich der Handarbeitsanleitungen noch nicht wirklich angekommen. Ich hoffe, dass das in Zukunft Usus wird.

 

– Du bist unter deinem Label „Caros Fummeley“ unterwegs. Wie kam es zu diesem Namen – bist du wirklich so eine „Fummlerin“? Ich nehme an du bist sehr geduldig – ist das so?

Witzig! Das haben mich auch die Frickler vom Frickelcast im Interview gefragt. Ja, ich bin eigentlich relativ geduldig, stricke auch schon mal für meine Mama ein paar Reihen zurück. Das „Fummeln“ in meinem Namen stammt tatsächlich von meiner Oma. Wenn sie mich irgendwo handarbeiten sieht kommt sie meist zu mir und fragt: „Na, was fummelst du da schon wieder?“ Das hat meist so einen leicht vorwurfsvollen Unterton, so als solle ich mich lieber nützlich machen. Die ältere Generation versteht Handarbeiten ja häufig als „Arbeit“ und nicht als Vergnügen. Und diese Arbeit ist heute ja eigentlich gar nicht mehr nötig – man kann alles bereits fertig gestrickt kaufen. Ich nehme ihr das aber nicht übel uns sie freut sich glaube ich insgeheim über meine Kreativität. Den Namen haben mir also meine Mama und meine Oma zusammen gegeben. Und die Zweideutigkeit ist doch irgendwie urkomisch oder? Ich mag den Namen immer noch, auch wenn das Ypsilon am Ende häufig zu Verwirrungen führt. Das habe ich übrigens von Chantimanous Handspinnerey geklaut. Erwischt!

 

– Wie bist du zum Stricken gekommen? Wie lange strickst du schon? Was strickst du am liebsten? 

Meine Oma hat mir das Stricken beigebracht. Ich muss im Grundschulalter gewesen sein. Sie hatte immer Wollreste parat und daraus habe ich gestickt, gehäkelt und dann auch gestrickt. Danach gab es eine lange Pause und ich habe vor etwa 10 Jahren wieder angefangen. Am liebsten Stricke ich Teile für Babys, Mützen und Loops. Eben alles, das überschaubar groß ist und an dem es keine zwei gleichen Teile gibt. Ich habe ausgeprägtes Second-Sock-Syndrom.

 

– Du hast auf deiner Website auch eine Linkparty! Erzähl doch mal – wer kann mitmachen? Wie funktioniert es?

Mitmachen kann eigentlich jeder: Wer etwas zu zeigen hat, eine eigene Facebook-Fanpage, einen Instagram-Account oder einen Blog mit seinen Handarbeiten befüllt, kann diese auch bei meiner Linkparty zeigen. Der Name „Meine Fummeley“ ist Programm und soll dazu anregen, die eigenen Fummeleien zu zeigen. Es muss nicht nach meinen Anleitungen gearbeitet werden, aber weitestgehend aus Wolle und Garnen sollte das Gezeigte sein. Wie genau das techschnisch funktioniert, erkläre ich auf der Seite der Linkparty.

 

– Du hast auch schon einige Anleitungen geschrieben? Was fasziniert dich so am „designen“? Und woher nimmst du deine Ideen für deine Anleitungen? Wo sind deine Anleitungen zu finden?

Es macht mir unglaublichen Spaß, neue Ideen sofort in die Tat umzusetzen. Wenn ich eine Idee habe, muss ich sie eigentlich sofort ausprobieren, sonst verliert sie ihren Charme. Bei großen Projekten ist das eher schwierig, denn die kann man nun mal nicht in wenigen Tagen fertig stricken. Deshalb designe ich im Moment am liebsten Mützen und Schals. Ideen für Muster und Designs bekomme ich hauptsächlich aus meiner Umgebung. Wenn ich unterwegs bin und ein hübsches Fenster sehe, muss es fotografiert werden. Das Bild wandert dann auf eine geheime Pinnwand bei Pinterest und wird später eventuell genutzt. Manchmal sehe ich auch Muster und denke: „Das könnte toll aussehen, wenn man es ein bisschen abwandelt.“ In der Regel plane ich ein Projekt bis zum Schluss durch und stricke oder häkle erst dann. Ich glaube dass das der Weg ist, funktionale Anleitungen zu designen, bei denen schon von Beginn an klar ist, dass sie rechnerisch funktionieren. Schreibe ich erst beim Stricken mit, entwickelt sich das Schreiben der Anleitung später meist zur Vollkatastrophe.

Kaufen kann man meine Anleitungen bei Makerist, Ravelry und Crazypatterns. Einige Anleitungen findet man auch in meinen Shops bei mypatterns, loveknitting und myboshi.

 

– Hast du persönliche Heimtipps? Was magst du besonders gerne? Hast du Lieblingsgarne?

Soll ich mich outen? Ich mag Baumwolle. Da ich ja auch häufiger Amigurumi häkle, ist mein Vorrat an Baumwolle relativ groß. Daneben mag ich eigentlich fast alle Fasern. Nur Angora ist so gar nicht mein Ding. Ich versuche auf nachhaltige und mulesingfreie Garne zurückzugreifen. Es muss auch nicht immer super weiches Garn sein. Es würde mir tatsächlich leichter fallen aufzuzählen, was ich nicht mag. Absoluter Fan bin ich allerdings von den handgefärbten Garnen von Wollträume, Yundi&Grete und Ovillo. Was industrielle Garne angeht mag ich sehr gern Malabrigo und rico design.

 

– Du handarbeitest ja generell viel – u.a. auch spinnen, häkeln, etc.? Macht es die Mischung? Oder was macht dir am meisten Spass?

Stricken ist mein Favorit. Ich mag das Ergebnis optisch am liebsten und auch den Herstellungsprozess. Häkeln kommt bei mir meist Schubweise vor. Ich mache es manchmal total gern und den „Nur-noch-die-eine-Reihe“-Suchtcharakter hat für mich meist nur das Häkeln. Ich kann es allerdings nicht zu lang am Stück machen. Nach 3 Tagen intensiven Häkelns beschweren sich meine Hände. Spinnen und Weben sind die Kür. Ich zwinge mich nicht dazu und nehme meinen vielen Handspindeln nur in die Hand, wenn ich wirklich Lust darauf habe. Mein Spinnrad begleitet mich meist auf Wollfeste. Dafür finde ich es super, denn man kann dabei quatschen ohne eine Muster zu versemmeln.

 

– Hast du Lieblings-Designer? Lieblings-Wolle? Lieblings-Podcast? Oder andere Lieblings-Sachen?

Oh, da gibt es einige. Ich bin ein Fan von Sylvie Rasch. Sie ist einfach so authentisch und hilfsbereit. Da können sich einige in der Branche eine Scheibe abschneiden. Daneben habe ich ein Faible für amerikanische Designer: Franchie vom Label arohaknits zum Beispiel. Ich empfehle jedem, der selbst überlegt Anleitungen zu veröffentlichen, ihrem Swatch Studio Circle beizutreten. Ich lerne dort täglich dazu und finde ihre Designs einfach klasse.

 

– Was sind deine Wünsche und Pläne für die Kreativ-Zukunft?

Puh! Die realistischen oder die rosaroten? Ich würde gern meinen Lebensunterhalt mit dem Handarbeiten betreiben, immer gute Ideen haben und meine WIPs in engen Grenzen halten können. Ich möchte meine Foto-Skills verbessern, in Zukunft vermehrt Videos anbieten und mit einem eigenen Podcast an den Start gehen. Dabei möchte ich mich auf vielen Reisen inspirieren lassen.

 

 – Warum ist dein gewähltes „Montags-Muster“ dein Lieblingsmuster?

Mein gewähltes Muster ist noch gar nicht mein Lieblingsmuster. Aber ich kann mir vorstellen, dass es das in naher Zukunft und in allen seinen Varianten und Ausprägungen werden könnte. Ich mag Muster mit vielen glatt-rechts gestrickten Anteilen und hervorgehobenen Maschenlinien. Im Fall meines Montags-Musters entstehen durch die Abnahmen vertikale Wellenlinien und die Umschläge erzeugen nur ein dezentes Lochmuster. Die Kombination aus allem macht dieses Muster für mich so interessant.

 

Muster Anleitung:

  1. verwendet habe ich die rico design baby dk, eines meiner Lieblingsgarne für Babysachen
  2. Nadeln auf dem Bild sind die addi Kolibris in 2,0mm

 

Maschenzahl teilbar durch 9

 

  1. Reihe: 4 re, ssk, 3 re, U
  2. Reihe: 1 li, U, 2 li, ssp, 4 li
  3. Reihe: 4 re, ssk, 1 re, U, 2 re
  4. Reihe: 3 li, U, ssp, 4 li
  5. Reihe: U, 3 re, 2 re zus, 4 re
  6. Reihe: 4 li, 2 li zus, 2 li, U 1 li
  7. Reihe: 2 re, U, 1 re, 2 re zus, 4 re
  8. Reihe: 4 li, 2 li zus, U, 3 li

 

Abkürzungen

ssk = slip, slip, knit slipped stitches: 2 Maschen nacheinander wie zum Rechtsstricken abheben, mit der linken Nadel in die beiden Maschen auf der rechten Nadel einstechen und zusammen rechts abstricken

ssp = slip, slip, purl slipped stitches: 2 Maschen nacheinander wie zum Rechtsstricken abheben und nacheinander wieder auf die linke Nadel heben (= Maschen wurden gedreht), die beiden Maschen zusammen links verschränkt abstricken

2 re zus = 2 Maschen rechts zusammenstricken, als wäre es eine Masche (= 1 Abnahme)

2 li zus = 2 Maschen links zusammenstricken, als wäre es eine Masche (= 1 Abnahme)

 

 

 

Wo bist du überall zu finden:

Website: https://www.carosfummeley.de

Ravelry: https://www.ravelry.com/people/CarosFummeley

Instagram: www.instagram.com/carosfummeley

Facebook: www.facebook.com/carosfummeley

Facebook-Gruppe: Wollige Fummeley – hier sind alle Themen rund um Wolle gern gesehen, auch Links und Werbung sind ausdrücklich erwünscht.

Pinterest: https://www.pinterest.de/carosfummeley/

 

 

Liebe Caro, vielen herzlichen Dank für das Interview und die Preisgabe deines (bald ganz persönlichen) Lieblingsmusters!

Viel Spaß beim Ausprobieren und Nachstricken!

 

PS: Ich freue mich natürlich sehr über Fotos von euren Montags-Mustern … verlinkt doch einfach eure Bilder und Beiträge bei Instagram und Facebook mit #montagsmuster  … dann finde ich euch. 😉

 

Dieser Beitrag enthält Werbung.

 

Von |2018-11-15T14:39:59+00:00Montag, 1. Oktober 2018|Allgemein, Anleitung, DIY, Do it yourself, Interview, Montagsmuster, Stricken, Wolle|0 Kommentare

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